Pilgern

 

Zeitungsbericht Pilgerreise von Payerne nach Genf

 

Reisebericht der Pilgerreise „Zu Fuss unterwegs auf Jakobswegen von Lungern über den Brünig und entlang dem Brienzer- und Thunersee nach Schwarzenburg. Im Frühjahr 2014 startete eine Pilgergruppe in Rorschach zum Jakobsweg quer durch die Schweiz mit dem CH-Endziel an den Genfersee. Unter der bewährten Pilgerleitung von Pfarrer Peter Moser und seiner Ehefrau Silvia pilgerten nun 22 Teilnehmerinnen aus der Region (ökumenisch) frohgelaunt zur 2. Etappe. Bei frühlingshaftem Wetter startete die Gruppe in Lungern am 13. April zur fünftägigen Pilgerwanderung von Lungern ins Gantrischgebiet Für die Gepäcktransporte wurde täglich gesorgt, sodass das Pilgern mit dem Tagesrucksack erleichtert wurde. Mit  ausgewählten besinnlichen Bibeltexten und Pilgerliedern war die Gruppe teilweise stillschweigend, meditierend und locker unterwegs. Gute Gespräche, Antworten und Begegnungen auf dem Meditationsweg waren bestimmt für alle sehr erfüllend. Mit dem Start in Lungern und Aufstieg durch einen zauberhaften Wald auf den Brünig und weiter hoch zum Aussichtspunkt „Tschuggen“ (1‘096) zum höchsten Punkt, wurden die Strapazen sogar mit einem „Gipfelwein“ gekrönt. Der Abstieg auf der alten Brünigstrasse nach Brienzwiler und weiter nach Brienz rundete den ersten Tag ab. Weiter ging es auf und ab zum Ziel Interlaken. Über eine imposante Hängebrücke wird der Weg erleichtert und verkürzt mit einem Abstecher zur schönen Kirche Oberried. Der Weg entlang des tiefblauen Brienzer- wie auch des Thunersees, mit einer einmalgien Bergkullise und den tosenden Wasserfällen im Hintergrund, war ein grossartiges Erlebnis. Am dritten Tag ging es durch das Naturschutzgebiet Weissenau. Der Aufstieg zu den bekannten Beatushöhlen mit der entsprechenden Legende war dieser Pilgerort der Höhepunkt dieses Tages. Nach einem weiteren Aufstieg marschierten wir sanft dem Uferdorf Merlingen mit dem südländischen Ambiente entgegen. Nach der Schifffahrt begann wiederum ein Schweigemarsch von Faulensee bis nach Spiez. In der alten dreischiffigen romanischen Schlosskirche Spiez endete der Pilgertag mit einem Pilgerlied. Der nächste Tag führte auf den Spiezberg und durch die Weinberge sowie durch eine liebliche Landschaft nach Einigen, wo der Teufel in der Kirche hockt! Dieses Kleinod ist eine der 1000jährigen Thunersee Kirchen. Für viele Besucher und Pilger ist dies ein besonderer Kraftort. Vor den bekannten Jakobsfenstern wurde gesungen und das weitere Schweigen, meditieren bis nach Amsoldingen gepflegt, wo ein weiterer „Jakobsstempel“  in der romanischen Pfeilerbasilika sowie Propsteikirche eingeholt werden konnte. Weiter führte der Weg durch eine schöne Moränenlandschaft bis nach Blumenstein. Vor dem Nachtessen besuchten einige Unentwegte die sehenswerte Kirche von Blumenstein mit den Glasgemälden aus dem 13. Jahrhundert, die jedoch nicht direkt am Wege stand. Der letzte und fünfte Tag führte durch ein liebliches Tal nach Wattenwil. Dort begann ein recht steiler Aufstieg nach Burgistein, Rigisberg und weiter nach Rüeggisberg. Infolge des einzigen Regentages wurde am Mittag spontan auf dieser „Königsetappe“ eine willkommene Pilgersuppe organisiert. Vor dem Portal  der grossen Klosterurrunie ertönte das gemeinsame Lied „Grosser Gott wir loben Dich“  als fast letzten spirituellen Akt. Nun gings weiter in den Schwarzwassergraben. Bei Wislisau überqueren wir das Schwazwasser, gelangen auf eine Hochebene und erreichen nach ca. 7 Stunden das Endziel Schwarzenburg. Das Schluss-Abendessen im Bären Schwarzenburg war ein krönender Abschluss. Mit einem dankbaren Händedruck an den Pilgerleiter endete der Jakobsweg. An dieser Stelle nochmals besten Dank für die gute Vorbereitung und die Begleitung sowie für den Gepäcktransport an Pfarrer Peter Moser und Silvia sowie an alle MitpilgerInnen für die tollen Tage. Am späten Abend erreichte die Gruppe müde aber begeistert und vielen Eindrücken mit der Bahn Luzern und Hochdorf, wo sich die Wege wieder trennten. Der Pilgerleiter hofft, dass der Jakobsweg im Jahre 2016 vom Boden- bis an den Genfersee auf dem Jakobsweg zu Ende durchlaufen werden kann. Vielleicht gibt’s somit ein Wiedersehen mit neuen und bisherigen Teilnehmern! Einige konnten wiederum den Pilgerpass mit neuen „Jakobs-Stempel-Eintragungen“ ergänzen (Chemin St-Jacques), wonach evtl.  der Ausweis dereinst nach Santiago de Compostela führt! Walter Schmid, Hildisrieden

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